Unser Selbstverständnis
Unser Zusammenleben ist begründet auf die folgenden Leitsätze:
Gemeinschaft mit Raum für Rückzug statt Vereinzelung
Unser Zusammenleben verbindet den Spaß an Gemeinschaftsaktionen mit der Möglichkeit für privaten Rückzug. Raum für Miteinander und Raum für Rückzug miteinander in Einklang zu bringen, ist unserer Erfahrung nach das entscheidende Rezept dafür, dass das Leben in Gemeinschaft gelingen kann. Das Zusammenwohnen in einer großen Wohngemeinschaft sehen wir als bewusst gewählte Alternative zur Vereinzelung in Ein-Personen-Haushalten oder Kleinfamilienstrukturen, welche Hamburg als Großstadt prägen.
Das generationenübergreifende Wohnen sehen wir als zukunftsweisendes Modell, denn es macht möglich, dass auch ältere und alleinstehende Menschen sozial eingebunden leben.
Vielfalt leben heißt Kompromisse finden
Wir stellen uns bewusst der Reibung und den Diskussionen, die sich durch die unterschiedlichen Sozialisationen, biographischen Hintergründe, Interessen und Überzeugungen ergeben. Wir betrachten die Begegnung mit den Lebenswelten anderer als Möglichkeit zu lernen und persönlich zu wachsen. Wir suchen diese Begegnung in respektvoller, wohlwollender, zugewandter Weise. Die Gruppe betrachtet die Organisation des Zusammenlebens und die demokratischen Entscheidungsfindungen, die damit verbunden sind, als Übungsfeld und Modell für auch gesamtgesellschaftlich notwendige Aushandlungsprozesse - wie z.B. die aktuellen Diskurse zum Umgang mit Ressourcen, Konsumismus, Verteilungs- und Chancengerechtigkeit sowie persönlicher Allokation von Zeit, Geld und Energie.
Vielfalt zu akzeptieren heißt für uns auch, vielfältige Lebensweisen in der Gruppezuzulassen und miteinander in Einklang zu bringen: Regionales, biologisches Gemüse mit der Sehnsucht nach einer Fertigpizza. Vegane oder vegetarische Lebensweise mit dem bewussten Genuss von Fleisch. Ein Leben als Single mit dem Leben in Gemeinschaft mit Familien und Paaren, die einen eigenen Rückzugsraum benötigen.
Wir stellen uns gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegen, und wollen Migration, Formen nicht traditionellen Zusammenlebens, etc. einladend und vorurteilsfrei gegenüber stehen.
Gemeinsam und solidarisch wirtschaften
Diese Haltung findet zuallererst Ausdruck in unserer Kooperation mit Projekten mit Mehrwert für das Gemeinwesen sowie ökologischen Zielsetzungen. So sollen unsere Mietzahlungen einen Beitrag zur dauerhaften Absicherung der „Jugendbauhütte Hamburg“ leisten, und wir laden die lokale SoLawi Vierlande ein, eines der Gemüsedepots in unserem Haus unterzubringen und unseren Veranstaltungsraum für Arbeitsgruppentreffen zu nutzen.
Ressourcen schonen
Wir sehen uns als ein Experimentierfeld für nachhaltige, ökologische Lebensweise. Dies findet Ausdruck in der Art der Hausnutzung, unseren Vorstellungen zum Umbau des Gebäudes wie auch in der geplanten engen Kooperation mit der SoLawi Vierlande.
Unser Ziel ist es, bei der Sanierung bzw. dem Umbau des Hauses ökologische Standards zu berücksichtigen, mit ökologischen Baustoffen zu arbeiten und ein nachhaltiges Energie- und Wasserkonzept zu implementieren.
Einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung leistet zudem das Modell des Zusammenwohnens in einer großen Gruppe, die einen großen Teil des Hauses gemeinschaftlich nutzt – mit einer Gemeinschaftsküche, einem gemeinsamen Ess- und Wohnzimmer und einem Co-Working-Space für MitbewohnerInnen im Homeoffice.
Aber auch die Nutzung eines alten Hauses sehen wir als einen Beitrag zu Ressourcenschonung: Der Erhalt eines alten Hauses statt Abriss und Neubau verhindert die Freisetzung der im Haus gebundenen „grauen Energie“.