Nutzungskonzept für Gebäude und Außenflächen
Hauptgebäude
Grundsätzlich stellen wir uns eine Aufteilung der Gesamtwohnfläche im Hauptgebäude wie folgt vor: Ca. 2/3 der Fläche werden als private Wohnräume genutzt werden – von Paaren, Einzelpersonen und einer Familie. Das verbleibende Drittel wird auf gemeinschaftlich genutzte Räume (inkl. Flure und Bäder) entfallen.
Das Haus wird von der Gruppe als Ganzes bewohnt. Es wird nicht unterteilt in Unterwohneinheiten, die komplett in sich abgeschlossen als eigene Wohnungen funktionieren.
Die beiden großen Schulräume im Erdgeschoss werden die Gemeinschaftsräume beherbergen: Gemeinschaftsküche sowie Ess- und Wohnzimmer. Sollte sich es während der Nutzung zeigen, dass es aufgrund praktischer Erwägungen doch sinnvoll sein könnte, einen der beiden Räume zu teilen, so behalten wir uns eine spätere Anpassung.
Der Trakt der ehemaligen Schulleiterwohnung im Erdgeschoss wird für private Wohnräume genutzt. Die kleine Küche bleibt erhalten und wird als Zweit-Küche genutzt.
Die beiden großen Schulräume im 1. Oberschoss werden zu privaten Wohnräumen. Hierfür werden beide Räume unterteilt. Die Teilung des straßenseitigen Schulraumes orientiert sich an den alten Bauplänen von Fritz Höger. Der hofseitige Schulraum im 1. Obergeschoss wird so unterteilt, dass er für eine Familie mit Kind/ern nutzbar wird.
Die ehemalige Lehrerwohnung im ersten Obergeschoss wird als privater Wohnraum genutzt. Der Durchgangszimmer in Richtung Süd- Westbalkon wird gemeinschaftliche genutzt. Hier kann ein kleiner Co-Working-Space entstehen, der durch die BewohnerInnen des Wohnprojekts genutzt wird, wenn diese im Homeoffice arbeiten.
Dachgeschoss
Der Teil des Dachgeschosses, der über den
ehemaligen Klassenräumen liegt, wird perspektivisch
in einem zweiten Schritt ebenfalls teilweise zur
Nutzung ausgebaut werden.
Hier kann weiterer privater Wohnraum für Einzelpersonen, Paare oder eine weitere Familie sowie Schlafmöglichkeiten für Gäste entstehen.
Der große Dachboden oberhalb der Lehrerwohnung wird im aktuellen Zustand belassen und gemeinschaftlich genutzt. Im Vordergrund steht hier die vermutete traditionelle Nutzung als Wäschetrockenraum. Zwischen den Dachbalken können Wäscheleinen gespannt werden und zahlreiche Wäscheständer können hier aufgestellt werden, sofern das Wetter eine Trocknung auf einer Wäscheleine im Garten nicht zulässt.
Keller
Die ehemalige Tonwerkstatt im Keller (vermutlich ca. 100qm Fläche) soll als Multifunktions-Werkstatt eingerichtet werden. In weiteren Kellerräumen mehrere Gemeinschaftsduschen und Toiletten, Waschküche, Speisekammer, Gerätelager und allgemeiner Lagerraum untergebracht werden.
Toilettenhäuschen
Im historischen Toilettenhäuschen wird das Gemüse-Depot für die SoLawi untergebracht. Zudem werden hier Gästetoiletten für BesucherInnen von Gemeinschaftsaktionen im Hof und Garten eingebaut.
Wir wollen offen sein für weitere Ideen und Bedarfe aus der Nachbarschaft: Daher werden weitere gemeinschaftliche soziokulturelle und musische Nutzungen für das Toilettenhäuschen entlang der
Interessen und Fähigkeiten der zukünftigen BewohnerInnen und der sich um das Wohnprojekt herum organisierenden Menschen gemeinsam entwickeln (z.B. Musikraum, Fotostudio, Ausstellungsfläche für kleine künstlerischen Ausstellungen o.Ä.).
Überdachter Ofen im Hof
Der überdachte Ofen bleibt erhalten und wird durch das Wohnprojekt genutzt.
Während der Sommermonate wollen wir hier auf regelmäßiger Basis gemeinschaftliche Backaktionen für Mitglieder des Solawi- Netzwerkes oder andere interessierte NachbarInnen organisieren. Für solche Ereignisse kann der in der Regel ausschließlich privat genutzte Teil des Gartens auch für BesucherInnen geöffnet werden.
Bootslager und Schuppen
Das Bootslager bleibt zunächst in seiner Form erhalten und wird weiter als solches genutzt. Neben den Privatbooten der BewohnerInnen sollen hier auch Kanus ihren Platz finden, die für Gemeinschaftsaktionen genutzt werden können. Der angrenzende Holzschuppen wird als Unterstellmöglichkeit für Fahrräder und Gartengeräte dienen.
Hof und Garten
Die Hoffläche südlich des Schulgebäudes wird teilweise entsiegelt und für eine gemeinschaftliche Nutzung durch die BewohnerInnen des Wohnprojekts hergerichtet. Der zurzeit noch gepflasterte Teil hinter der Schule wird dabei zum Teil des zukünftigen Gemeinschaftsgartens für das Wohnprojekt.
Eine zentrale Rasenfläche soll hier den Raum bieten für größere Gemeinschaftsaktionen mit externen BesucherInnen rund um den alten Backofen.
Am Rand dieser zentralen Rasenfläche werden Pflanzinseln mit typischen Zier- und Nutzpflanzen, die sich in Vierländer Gärten finden, entstehen: Hortensien in unterschiedlichen Farben finden hier einen idealen Standort, ebenso wie ganzjährig blühende kleine Stauden wie die hier sehr häufig in den Gärten zu findende Akelei. Die Sichtachse zwischen Toilettenhäuschen und Haupthaus bleibt dabei erhalten. Für Kinder wird hier eine Sandkiste integriert.
Die große Sitzecke auf dem Hof unter der einzelnen freistehenden alten Linde bleibt erhalten. Die leicht beschädigte und teilweise abgerutschte Umfriedung wird gerichtet. Zwei kleinere Durchbrüche in Richtung Westen und Süden werden dabei neu eingefügt. Diese machen den Zugang zum südlichen und westlichen Garten von hier aus leichter.
Baumbestand
Der historische Baumbestand wird erhalten und von den BewohnerInnen des Wohnprojekts gepflegt. Zuallererst sind hierunter die drei alten Linden zu fassen, die neben dem Haupthaus sowie auf dem Hof stehen.
Wir betrachten darüber hinaus insbesondere auch die wunderschöne alte Zierkirsche als unbedingt erhaltenswert, die am Anfang des alten Holzspaliers zwischen Hof und Haus steht.
Auch weitere größere Bäume auf dem Grundstück bleiben im Sinne des Natur- und Klimaschutzes als Schatten- und Sauerstoffspender erhalten und werden von uns bedarfsgerecht gepflegt.
Südlicher Garten
Die Wiesenfläche im Süden des Grundstücks wird als gemeinschaftlich genutzter Garten gestaltet. Die zentrale Rasenfläche wird erhalten, am Rand werden einige Beete mit Zierpflanzen und flachen Nutzpflanzen gestaltet.
Am westlichen Rand des Grundstücks schräg hinter dem Holzofen wird eine kleine Terrasse geschaffen, um den Garten auch bei Regenwetter gut nutzen zu können. Hier soll dann auch unser selbst gestaltetes großes Mosaik mit der Reitbrooker Mühle seinen neuen Platz finden.
Die Brombeerhecke am Westrand des Grundstücks wird gepflegt und für den privaten Konsum bewirtschaftet. Am südlichen Rand des Grundstücks kann eine Himbeerhecke entstehen.
Auf dem erhöhten Geländeteil südlich des Holzschuppens ist ein idealer Standort für eine Kräuterspirale.
Ehemaliger Lehrergarten
Der ehemalige Lehrer-Garten westlich des Haupthauses wird im Wesentlichen belassen. In die Mitte des Rasenstücks in den Steinkreis wird eine Magnolie gepflanzt.
Am aktuell unbepflanzten Zaun zum westlichen Nachbargrundstück wird die Hecke geschlossen mit einer langen Reihe von Fliedersträuchern in unterschiedlichen Farbtönen - wie sehr häufig zu sehen als Grundstücksbegrenzung an den Vierländer Deichen.
Wiese am Südufer der Gose-Elbe
Wenn es möglich ist, wollen wir gerne die Wiese gegenüber vom Schulgebäude am Südufer der Goseelbe samt öffentlichem Bootsanleger pachten oder kaufen.
Hier sollen Sitzgelegenheiten für Rad- und Wasserwanderer und BewohnerInnen des Wohnprojekts eingerichtet werden.
Zudem sollen hier kleine Schaubeete für die SoLawi mit Gemüseanpflanzungen entstehen. Wenn aus Sicht des Deichschutzes nichts dagegen spricht, soll hier auch eine kleine erläuternde Stelltafel zum Konzept der SoLawi entstehen.
Wiese gegenüber am Nordufer der Gose-Elbe
Anknüpfend an die Tradition der Projektschule und unter Voraussetzung der Genehmigungsfähigkeit könnte die große Wiese auf der anderen Seite der Gose-Elbe auch vom Wohnprojekt Vierlanden mitgestaltet werden. Sie könnte z.B. die Möglichkeit bieten, Work-Camps abzuhalten, zum Beispiel für Gruppen von Jugendverbänden und mit Bezug zu Klima, Landwirtschaft, Naturschutz, Gewässerschutz oder Grünlandschutz. Auch ein interkultureller Garten und oder eine Streuobstwiese wären hier denkbar. Erhalten werden sollte auf jeden Fall der öffentliche Rastplatz für Wasserwanderer als einer der wenigen öffentlichen Rastplätze an der Gose-Elbe.